Treppen beim alten Hund – wann sie zum Problem werden und wie Sicherheit beurteilt werden kann
Treppen sind für einen gesunden Hund eine alltägliche Bewegungsaufgabe. Im Alter können sie jedoch mehr Kraft, Gelenkbeweglichkeit, Gleichgewicht und Sehvermögen verlangen, als auf ebener Strecke notwendig ist.
Ein pauschales Treppenverbot für jeden Senior ist deshalb ebenso wenig sinnvoll wie die Annahme, ein Hund müsse Treppen weiterlaufen, solange er irgendwie hochkommt. Entscheidend sind Sicherheit, Beschwerden und die individuelle Bewegungsqualität.
Woran Treppen schwieriger werden können
Zögern vor der ersten Stufe, sehr langsames Hochziehen, seitliches Ausweichen oder starkes Abbremsen bergab sind mögliche Hinweise. Auch Ausrutschen, Stolpern oder das Überspringen mehrerer Stufen kann auf Unsicherheit hinweisen.
Besonders das Hinabgehen erfordert gute Bremskraft und Koordination. Manche Hunde kommen deshalb noch relativ gut hoch, wirken abwärts aber deutlich instabiler.
Welche Ursachen dahinterstecken können
Arthrose, Wirbelsäulenprobleme, Muskelschwund und neurologische Erkrankungen können Treppen erschweren. Auch schlechteres Sehen kann dazu führen, dass Stufenkanten bei Dämmerung schwerer erkannt werden.
Wenn die Veränderung neu oder deutlich zunehmend ist, sollte nicht nur die Treppe angepasst, sondern die Ursache abgeklärt werden. Ein Video aus sicherer Perspektive kann dabei hilfreich sein.
Sicherheit geht vor Training
Ein unsicherer Hund sollte nicht allein auf offenen Treppen unterwegs sein. Gitter oder Türen können verhindern, dass er nachts oder unbeaufsichtigt stürzt.
Rutschfeste Stufenauflagen und gute Beleuchtung können zusätzlich helfen. Einen schweren instabilen Hund an einem normalen Halsband oder an den Beinen auf der Treppe zu „halten“ ist dagegen keine sichere Hilfestellung.
Hebe- und Tragehilfen gezielt einsetzen
Ein gut sitzendes Unterstützungsgeschirr kann je nach Hund helfen, Gewicht teilweise zu übernehmen und ein Wegknicken abzufangen. Es sollte die Bewegung unterstützen, nicht den Hund unkontrolliert nach oben ziehen.
Bei großen Hunden und engen Treppen ist auch die Sicherheit des Menschen relevant. Wenn die Hilfe körperlich nicht sicher möglich ist, sollte der Zugang anders organisiert werden, beispielsweise durch Verlagerung wichtiger Lebensbereiche auf eine Ebene.
Wann eine Rampe sinnvoller ist
Rampen sind nicht automatisch leichter als Treppen. Zu steile oder rutschige Rampen verlangen ebenfalls Kraft und Koordination und können einen unsicheren Hund überfordern.
Wenn eine Rampe genutzt wird, sollte sie ausreichend breit, stabil, griffig und möglichst flach sein. Eine ruhige Gewöhnung ist sinnvoll, bevor der Hund sie dringend benötigt.
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